
Staatsbibliothek Unter den Linden
Grundinstandsetzung und Erweiterung
Projektleitung Wettbewerb (1. Preis) und Planungsleitung Neubau für HG Merz mit Constanze Altemueller I LPH 1-3
Die 1914 eröffnete ‚Königliche Bibliothek’ beherbergt als heutige Staatsbibliothek die größte deutschsprachige, wissenschaftliche Universalbibliothek. Als einer der größten historischen Gebäudekomplexe in Berlin-Mitte wurde das Haus im zweiten Weltkrieg beim zentralen Lesesaal und dem Universitätslesesaal schwer beschädigt. Überreste wurden 1975 rückgebaut und durch einen Magazinturm ersetzt; die Bibliothek hatte so ihre räumlich-funktionale Mitte verloren. Das im Rahmen eines internationalen Realisierungswettbewerbs entwickelte Konzept für einen Neubau mit Allgemeinem und Raritäten-Lesesaal, Buchmuseum und Tresormagazinen respektiert die tradierte Gebäudestruktur, setzt ohne zu rekonstruieren an den historischen räumlichen Schwerpunkten die neuen Lesesäle und gibt so dem Gebäudekomplex seine Mitte zurück.


Als monolithische, steinerne Basis fügt sich der Neubau in den Altbaukontext und dient der Aufbewahrung der Tresorbuchbestände. Aus dieser Basis ausgeschnittene Volumina bilden den sich zum Licht öffnenden Allgemeinen Lesesaal, der mit einem verglasten Baukörper nach oben abgeschlossen wird sowie den introvertierteren, zu den Höfen verglasten Rara-Lesesaal. In beiden Volumina werden hölzerne Buchschalen für die Freihandbestände eingefügt; die Präsenz des Buches prägt jeweils den Saalcharakter.

Von der Straße Unter den Linden führt die Längsachsen-erschließung durch eine historische Raumflucht über großzügige Treppen zum Allgemeinen Lesesaal, der durch sein Volumen und die lichte Atmosphäre seines Lichtkörpers eine herausgehobene Stellung einnimmt. Ringförmig um den Lesesaal angeordneten Forscher-Leseplätze gewähren Ausblick in die Höfe. In Verlängerung der Längsachse gelangt der Besucher zum Rara-Lesesaal, der längsseitig an die historischen Galerien des ehemaligen Universitätslesesaales anschließt.
Der die Hauptsäle umgebende Altbau beherbergt neben diversen Sonderlesesälen Restauratorenwerkstätten, die Verwaltung und die historischen Lipmann-Buchmagazine. Eine übergreifende Gestaltung von Alt- und Neubau führt das Gesamtgebäude zu einer neuen Einheit.











Auftraggeberin Stiftung Preußischer Kulturbesitz
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
BGF 107.000 m² I Baukosten 482 Mio €




