
Rahmenkonzept für die Jubiläumsausstellung
Friedrich der Große I Neues Palais Potsdam
Geladener Wettbewerbsbeitrag
Freischaffend mit Constanze Altemueller
und L2M3 communication design
Architektonisches Rahmenkonzept zu einer Jubiläumsausstellung über Friedrich den Großen in der UNESCO-Welterbestätte des Neuen Palais in Potsdam Sanssouci. Die Gestalt des Neuen Palais bildet als beredtes Zeugnis von Friedrich dem Großen den dialogischen Hintergrund für einen Leitfaden durch die vielschichtigen und ambivalenten Stationen seines Lebens.


Aus einem alles verbindenden, temporär installierten Bodenband erheben sich themenbezogene Exponatträger als Podest, Vitrine, Wand, Raum-im-Raum-Installation, Sitzbank oder in anderen Formen. Zugleich definiert es die öffentlich zugänglichen Flächen und dient der technischen Installation. Seidig glänzende moderne Gewebe, ortstypische Farbigkeit, vielschichtig spiegelnde Flächen und die Anwendung der rokkokotypischen ‘Rocaille’-Muschelform in Exponatträgern lassen die Ausstellungsarchitektur mit dem räumlichen Kontext in Dialog treten. Szenografische Inszenierungen dienen der Akzentuierung auf dem Weg durch das Haus. Beispielhaft wurden Raumtypen entwickelt.

Das untere Vestibül ist der Auseinandersetzung mit antiken Herrschern und Philosophen gewidmet. Die friderizianische Büstensammlung wird in Form einer dreidimensionalen Ahnengalerie auf Stelen gruppiert. Grafik und Lichtakzente heben Exponate hervor, die bei Annäherung akustische Informationen über die Beziehung Friedrichs zur betreffenden Persönlichkeit geben.

Im Konzertzimmer findet der Besucher eine authentische Abendkonzertszene vor; originale Untensilien liegen für die Musizierenden bereit. Gedämpft akzentuiertes Licht lädt ein, auf einer Bank Kompositionen von Friedrich dem Großen zu lauschen.

Die rote Kammer widmet sich dem ambivalenten Toleranz- und Religionsverständnis. Die aufklärerisch-tolerante Haltung gegenüber allen Religionen wird mit der aversionsgeleiteten Deklassierung der katholischen und jüdischen Minderheiten konfrontiert. Hinter einer aufgeklärten hellen Außenseite einer semitransparenten Rauminstallation entfaltet sich simultan ein irrationales Innenleben.
Ausloberin Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
BGF 6.000 m² I Baukosten 2.3 Mio €

